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Bambusmöbel · Steinlaternen · Asiatika
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Zukunftstechnik Bambus:
Das Wundergras aus China und Südamerika hält Temperaturen von minus 25 bis plus 50 Grad Celsius aus, und einige Arten wachsen pro Tag über einen Meter hoch; es ist härter als Stahl und trotzdem so elastisch, dass Bambushäuser auch schwerste Erdbeben überstehen. Härte und Biegsamkeit erhält das Rohr durch unzählige parallel angeordnete Fasern in seinen Wänden. 1300 Bambusarten sind bekannt. Die Farben reichen von Gelb über leuchtendes Grün und Violett bis schwarz, einfärbig, gestreift oder gefleckt.

Bambus dient als Nahrungsmittel (Sprossen), und Bambusmaterial (Brücken). Mehr als 1000 Verwendungsmöglichkeiten sind bekannt. Diesen Schatz will die tansanische Wirtschaft, in der die unternehmungsfreudigen Inder das Sagen haben, jetzt heben. Das Supergras soll angebaut und verwertet werden, u.a. eventuell für den Bau von Wasserleitungen.
Bambusfieber bald auch in Europa?
Noch gedeiht das exotische Supergras zwar mehr im Verborgenen. Auf der Internationalen Gartenbauausstellung 1983 in München wurde es als Zierpflanze entdeckt. Seitdem ist Bambus schon in vielen Gärten eingezogen. In mehreren Baumschulen wird derzeit untersucht, welche Arten besonders gut mit unserem Klima zurechtkommen.
Ein Kuriosum am Rande: Die größte Bambusbaumschule der Welt liegt nicht etwa irgendwo in Asien, sondern in Anduze in Südfrankreich. 

Den Besuchern bietet sich ein grandioser Anblick: Mehrere hundert subtropische Arten recken sich 20 Meter in den Himmel. Jetzt interessieren sich nicht nur Landschaftsarchitekten, sondern auch Industriebosse für Bambus. Baufachleute überlegen, ob die Armierungseisen im Betonbau nicht durch das leichte Rohr ersetzt werden könnte. Kann Bambusbeton den Stahlbeton ergänzen?

Auto- und Flugzeugentwickler testen, ob Türen und Ruder aus einem hochfesten und superleichten Kunststoff – Bambus – Verbund hergestellte werden können. Bambus als neuer High – Tech – Stoff der Industriegesellschaft?  Was meint Bambus – Experte Professor Walter Liese dazu? Der Holzbiologe von der Universität Hamburg ist ein weltweit anerkannter Experte für die >>stählernen Ruten<<. Er berichtet, dass nach Zierpflanzen Rattanmöbeln jetzt Bambusparkett der große Renner ist, wegen seine wunderschönen Musters und des Tropentouches.
Für den Wohnbau in Katastrophengebieten prognostiziert Walter Liese dem Gras eine glänzende Zukunft und glaubt auch, dass Bambusfasern in der zukünftigen Werkstoffherstellung Stütz- und Verstärkerfunktionen übernehmen können. In Vietnam werden bereits die ersten Fahrräder aus Bambus gebaut, und der Deutsche Ingenieur Wolfgang Volkrodt hat ein Bambus – Standauto angeregt.

Kein Zweifel, Bambus wird auch in unseren Breiten eine große Rolle spielen. Für die Ödflächen Südeuropas wird von der EU die Bepflanzung mit Bambuswäldern erwogen.
Vielleicht bedecken sie Mitteleuropa eines Tages wieder in dem Ausmaß wie vor zwei Millionen Jahren, als die Pflanzen hier fast so häufig vorkamen wie heute in Südostasien. Absolute Härte und gleichzeitig fließende Geschmeidigkeit – das ist eben eine Mischung, die einfach nicht klein zu kriegen ist.


Der Zauber des Bambus:

Bambus ist die Pflanze der tausend Möglichkeiten.
Der An– und Verwendungsbereich spannt sich von Musikinstrumenten über den Haus- und Brückenbau, Behälter und Bestecke bis hin zu exklusiven Möbeln.
In einem kleinen Vorort von Manila gibt es zum Beispiel sogar eine Kirchenorgel aus Bambus.

Auch in unserem Weltraumzeitalter verdrängt die geradezu klassisch bodenständige Universalpflanze bisweilen moderne Technik: Weil sie hart und elastisch zugleich sind, eignen sich Bambusstäbe als Gerüststangen beim Bau von sogar dreißig bis vierzigstöckigen Wolkenkratzern. Kein moderner Werkstoff hat bislang das vielfältige und seit Menschengedenken bewährte Naturprodukt Bambus ersetzen oder verdrängen können.